Klimaziele: Die Ideen sind da, die Hürden auch  

Bei der Klimakonferenz in Glasgow im November wurde der Industrie – zurecht – eine Schlüsselrolle beim Erreichen der Klimaziele zugesprochen. Insgesamt ist der Weg bis zur Klimaneutralität aber noch ein weiter.

Der Ausbau Erneuerbarer Energie darf schließlich nicht zulasten unserer Wettbewerbsfähigkeit erfolgen. Und er kann auch nur im Paarlauf mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur funktionieren. Denn je mehr wir auf Erneuerbare Energie setzen, desto wichtiger sind stabile Stromnetze, damit es nicht zu einem Blackout kommt. Mit der derzeitigen Verfahrensdauer für den Netzausbau ist die grüne Wende aber nur schwer bis kaum realisierbar.

Wichtig ist der Netzausbau auch deswegen, weil das Land NÖ ein „Repowering“ beim Thema Windkraft vorhat. Bis 2030 sollen bestehende Windkraftanlagen aufgerüstet werden, sodass es zu einer Verdoppelung bei der Windenergie kommt. Zusätzlich bedeutet das auch, dass die Speicherkapazitäten besser werden müssen. Hier gibt es noch viel Aufholbedarf. Innovative Speichertechnologien sollten daher bei der Forschungsförderung priorisiert werden.

Zumindest im Bereich Wasserstoffforschung passiert gerade einiges in Österreich. Mit der Beteiligung an dem europäischen Forschungskonsortium (IPCEI) zum Thema Wasserstoff können wir auch als kleiner Staat bei diesem Zukunftsthema mitwirken.

Ein paar niederösterreichische Betriebe sind hier schon umtriebig – etwa das Mostviertler Unternehmen Worthington, das im Vorjahr sogar ein eigenes Wasserstoffwerk errichtet hat. Und in Herzogenburg baut die von Erich Erber gegründete SAN Group gerade die erste grüne Wasserstoffproduktion im Land. „Grün“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Elektrolyse ausschließlich durch Strom aus Erneuerbarer Energie erfolgt – damit schließt sich quasi der Kreis.

Die Unternehmen sind also durchaus gewillt, auf Zukunftstechnologien zu setzen, um die Klimaziele zu erreichen. Beim Ausbau der Infrastruktur ist aber die Politik am Zug. Und die in Glasgow gesetzten Ziele zeigen einmal mehr: Die Zeit drängt.