OVV 2021 zum Thema: „Green Tech, Green Deal, Green Industry“

Der Kampf gegen den Klimawandel bedeutet vor allem den Umbau unseres Energiesystems. Sowohl im Privatbereich als auch in der Wirtschaft müssen fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden. Diese Herausforderung nahm die IV-Niederösterreich als Anlass für eine Online-Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Tageszeitung „DiePresse“ anlässlich der Vereinsvollversammlung am 25. November 2021.

Jakob Zirm, stellvertretender Ressortleiter „Wirtschaft“ der Tageszeitung „Die Presse“ übernahm die Moderation einer hochkarätig besetzten Expertenrunde: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Priv.-Doz. Dr. Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria sowie Ing. Radiša Nunić, Director Alternative Fuels bei Worthington Cylinders GmbH und Thomas Salzer, Präsident der IV Niederösterreich.

Mit Innovationen und neuen Technologien zu mehr Klimaschutz  

Einig waren sich die Diskutanten, dass vor allem die Innovationskraft gestärkt werden müsse, damit heimische Unternehmen im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben. „Das Risiko besteht, dass Zement, Papier und Stahl in Zukunft billiger aus dem Ausland importiert werden, bei deren Herstellung allerdings wesentlich mehr CO2 je Tonne emittiert wird“, so Salzer. „Wir als Industrie sind im Kampf gegen den Klimawandel nicht das Problem, sondern ein Treiber und ein Teil der Lösung. Wir werden den Klimawandel durch neue Technologien, die unsere Betriebe erfinden, möglich machen.“

Monika Köppl-Turyna wies darauf hin, dass seit 2009/10 die Treibhausgas-Emissionen europaweit stark gesunken seien, in Niederösterreich aber Vieles vom Sektor Verkehr abhänge und deshalb das Bundesland mehr Herausforderungen habe. „Es ist nicht nur aus ökonomischer Sicht wichtig, dass die Betriebe in Österreich bleiben und produzieren, sondern auch aus ökologischer Hinsicht“, erklärt Köppl-Turyna. Im Green Deal sei es außerdem wichtig, dass nicht nur auf die Elektromobilität gesetzt, sondern auch die Wasserstofftechnologie forciert werde, ist die Wirtschaftsforscherin überzeugt.

Von Radiša Nunić wollte Zirm wissen, welches Potenzial der Experte in der österreichischen Wasserstoffwirtschaft sehe. „Die heimische Wirtschaft ist in diesem Sektor gut aufgestellt, es existieren 180 Unternehmen mit rund 2000 Arbeitsplätzen erklärt Nunic. „Die Zukunft schaut positiv aus, die Bedeutung von Wasserstoff wird durch neue Investitionen noch wachsen.“ Worthington selbst hat zuletzt kräftig die Sparte Wasserstoff ausgebaut.

Niederösterreich auf dem richtigen Weg

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bestätigte, dass die Pariser Ziele eine Herausforderung für alle wären. Allerdings sind nur sieben Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses auf Europa zurückzuführen, der Rest entfalle auf Regionen außerhalb Europas wie China mit 27, die USA mit 11 und Indien mit fast sieben Prozent. Auf dem Gebiet der Stromproduktion könne man in Niederösterreich auf mehr als 100 Prozent erneuerbare Energiequellen zurückgreifen, neben der Wasserkraft sind 724 Windräder im Einsatz, was 55 Prozent aller in Österreich aktiven Windkraftanlagen entspricht. In Zukunft wird das Bundesland laut Energiefahrplan 2030 die Treibhausgas-Emissionen um 36 Prozent verringern. Geschafft soll das werden, indem die Anzahl der Photovoltaikanlagen verzehnfacht werden und die Windkraftanlagen einem Repowering unterzogen werden, um Strom noch effizienter zu produzieren.