Blackout - Resilienz durch strategische Vorbereitung

Der Industriestammtisch Mostviertel stand ganz unter dem Motto Versorgungssicherheit – ein Thema, das in Zeiten der Pandemie und hoher Energiepreise sowie nicht zuletzt aufgrund des Krieges in der Ukraine aktueller ist als je zuvor. 

Als externer Vortragender war der bekannte Blackout- und Krisenvorsorgeexperte und Major a. D. Herbert Saurugg zu Gast bei dem Online-Stammtisch am 21. März. Seine wichtigste Botschaft im Zusammenhang mit dem Thema Blackout: „Jeder wäre betroffen, das heißt, jeder kümmert sich in erster Linie mal um sich selbst. Es gibt keine Hilfe.“ Umso wichtiger sei es daher, rechtzeitig Vorkehrungen für den Ernstfall zu treffen –das gilt nicht nur für Privathaushalte, sondern auch für Unternehmen. Bei einem Blackout handelt es sich nicht nur um einen großflächigen Stromausfall – auch die Internetanbindung sowie die Wasserversorgung wären unterbrochen.

Einmal mehr erhöht hat sich das Blackout-Risiko durch den Krieg in der Ukraine. Das umkämpfte Land wurde vor kurzem ins europäische Stromverbundsystem integriert, das mittlerweile längst als „too big to fail“ gilt. „Die Pandemie und nun auch der Krieg in der Ukraine haben noch deutlicher gezeigt, wie hoch vernetzt unsere Welt ist“, so Saurugg.

Auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien erhört das Risiko eines Blackouts – schließlich sind Wind-, Wasser- und Solarenergie deutlich höheren Schwankungen unterlegen und die Speicherkapazitäten für diese Energieformen beschränkt. Dazu kommt, dass die Generatoren der Gaskraftwerke eine wichtige Pufferfunktion bei Schwankungen im Stromnetz innehaben und nun vor allem in Deutschland sukzessive stillgelegt werden.

Das Bundesheer arbeitet gerade daran, bis 2025 alle Kasernen energieautark zu machen, um im Ernstfall besser gerüstet zu sein. Für Unternehmen, Haushalte, Gemeinden und Schulen bietet die österreichische Gesellschaft für Krisenvorsorge Checklisten und Arbeitsmappen zur Vorbereitung. Diese Informationen sind auch auf der Webseite www.gfkv.at abrufbar.

Industriestammtisch im Web statt bei Welser Profile

Ursprünglich hätte der Industriestammtisch Mostviertel am 21. März im neuen Begegnungszentrum von Welser Profile in Gresten stattfinden sollen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen hat die IV-NÖ die Veranstaltung jedoch online abgehalten. Vor dem Gastvortrag durch den Blackout-Experten Herbert Saurugg gab Andreas Welser, der auch Industriegruppensprecher für das Mostviertel ist, einen kurzen Überblick über das Unternehmen Welser Profile. Er und sein Bruder Thomas Welser leiten den Betrieb in der elften Generation, insgesamt verzeichnet Welser Profile 2.350 Beschäftigte an vier Standorten. Als größte aktuelle Herausforderungen nannte Andreas Welser die hohen Krankenstände durch die Pandemie sowie die Russland-Sanktionen, die sich naturgemäß auf den Export auswirken. Die Profile des Mostviertler Unternehmens kommen unter anderem in Küchenladen, in der Automotive- und Bauindustrie, in der Schienenfahrzeugindustrie sowie beim Bau vom Photovoltaikpaneelen zum Einsatz.