Ohne Gas gibt es keine Versorgungssicherheit

Am 22. März präsentierte das Land NÖ das Ziel, bis 2030 die Leistung aus Windkraft zu verdoppeln. Das ist wichtig, wird aber nicht reichen, um von fossilen Brennstoffen wegzukommen. Dafür müssten wir die Windkraftanlagen nämlich um das Siebenfache ausbauen.  (Kommentar aus den "iv-positionen", 11. April 2022) 

Dieser Ausbau wird erstens nicht von heute auf morgen gelingen und zweitens bleibt immer noch das Problem, dass im Winter zu wenig Strom produziert wird und wir alternative Energiequellen brauchen. Und das wird in den nächsten Jahren weiterhin Gas sein müssen, denn Kohle und Öl sind noch schmutziger in der Verbrennung.  

Begrüßenswert ist jedenfalls der Beschluss, dass die Genehmigungspflicht für Photovoltaik-Anlagen gelockert werden soll. Schließlich hören wir immer wieder von Betrieben, dass sie die Errichtung ihrer PV-Anlage längst eingereicht haben, aber seit bis zu zwei Jahren auf die Genehmigung warten. Weiters ist die Verfahrens-Beschleunigung durch mehr interne sowie externe Sachverständige zu begrüßen – handelt es sich dabei auch um eine langjährige Forderung der Industrie. Die angekündigten Widmungserleichterungen für Energieversorgungs-Gebäude sind ebenso wichtig für die Entbürokratisierung im Sinne der Energiewende.

Die Unternehmen werden jedenfalls ihr Bestes geben, um neue Wege in der Energieversorgung zu gehen. Aber auch die Bevölkerung muss ihren Beitrag leisten. Es kann nicht sein, dass das Interesse an Erneuerbarer Energie steigt, die dafür notwendigen Windräder oder Biomasseanlagen aber niemand in seiner Nähe haben möchte.

Und die Politik hat hier den wichtigsten Hebel: Sie muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, aber auch weiterhin ehrlich kommunizieren, dass ein völliger Verzicht auf Gas ad hoc nicht möglich sein wird. Andernfalls würden wir unsere industrielle Basis zerstören und den Wohlstand im Land opfern. 

(Kommentar aus den "iv-positionen", 11. April 2022)