Mehr Tempo beim Erschließen neuer Gasquellen

Statt des Imports von teurem Flüssiggas sollte das Erschließen neuer Gasquellen in Europa vorangetrieben werden / Kommentar aus dem Mitgliedermagazin "iv-positionen", Juli 2022. 

Es gibt in Europa und auch in Österreich viele Gasquellen, die mittels mittlerweile umweltfreundlicher Fracking-Methoden erschlossen werden könnten. Und trotzdem kaufen wir teures Flüssiggas aus Amerika, das noch dazu mit umweltschädlichen Methoden gefördert, verflüssigt und zudem mit schweren Tankschiffen aus Übersee zu uns transportiert werden muss.

Während Fracking, also die Förderung von Schiefergas, in der Vergangenheit noch verpönt war, gibt es mittlerweile auch Methoden, die gänzlich ohne schädliche Chemikalien auskommen. Unter dem Titel „bio enhanced energy recovery“ wurde etwa an den Montanuniversität Leoben eine neue, umweltfreundliche Technologie dafür entwickelt, wie vor kurzem Professor Herbert Hofstätter in einem IV-NÖ-Mitglieder-Call erklärte.

Leider ist der Politik immer noch zu wenig bewusst, dass neue Technologien und Innovationen der Schlüssel für die Energiewende sind – und, dass uns hier die Zeit davonläuft. Unser gesamtes Energiesystem muss jetzt schnell und gut überdacht werden. Dafür bedarf es einer offenen und vorurteilsfreien gesellschaftlichen Debatte über alle Optionen der Energiegewinnung.

Es ist daher absurd, dass neue Methoden hierzulande noch nicht einmal mittels Probebohrungen getestet werden. Damit drohen uns gefährliche Engpässe im Herbst – mit verheerenden Folgen: Wenn es zu wenig Gas gibt, wird das die Energiekosten für Private und Industrie weiter deutlich erhöhen. Was passiert, wenn sich die Menschen in der kalten Jahreszeit das Heizen nicht mehr leisten können? Das alles gefährdet unser gesellschaftliches Zusammenleben massiv.

Wir brauchen daher dringend mehr Tempo beim Erkunden und Erschließen neuer Gasquellen in Europa. Der beste Weg zur Unabhängigkeit von russischem Gas ist es, eigene Gasvorkommen zu nutzen – und das so rasch, wie es geht!