Kinderbetreuung: 15a-Vereinbarung ist ein wichtiger erster Schritt

Kommentar von IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer / Mitgliedermagazin "iv-positionen", Juni 2022

Monatelange wurde um die neue 15a-Vereinbarung gerungen, die die Aufteilung der Gelder für die Elementarbildung und Kinderbetreuung regelt. Nun steht fest: Die Mittel für die Bundesländer werden um 40 Prozent auf 200 Millionen Euro pro Jahr erhöht, für insgesamt fünf Jahre.

Die größten Bedenken beim Ausbau der Kinderbetreuung kamen von den Gemeinden – immerhin tragen sie den Großteil der Kosten. Zwar rechnet sich der Ausbau, wie ecoAustria belegen kann – allerdings nicht auf Gemeindeebene. Und gerade im ländlichen Raum werden die zugesagten Gelder nicht reichen, um genug Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige sowie längere Öffnungszeiten zu schaffen.

Darüber hinaus muss Kinderbetreuung auch leistbar sein. Derzeit kostet ein ganztägiger Betreuungsplatz für ein Unter-Dreijähriges Kind circa 400 Euro pro Monat – das führt dazu, dass viele Frauen länger in Karenz bleiben oder lieber einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Den Betrieben geht damit wertvolles Arbeitskräftepotenzial verloren – eine verheerende Entwicklung angesichts des akuten Fachkräftemangels.

Abhilfe könnte eine gesetzliche Regelung verschaffen, die es den Betrieben ermöglicht, ihren Mitarbeiterinnen einen steuerbefreiten Kostenbeitrag für Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Davon würden sowohl Frauen als auch Unternehmen profitieren. Darüber hinaus muss auch das Angebot der betrieblichen Tageseltern bekannter werden. Trotzdem ist das nur ein Zusatzangebot, denn es ist nicht die Hauptaufgabe der Betriebe, Kinderbetreuungsplätze zu schaffen.

Mit der Budgeterhöhung ist ein erster, wichtiger Schritt erfolgt– es braucht aber noch mehr Mittel für den Ausbau, sowie Maßnahmen auf mehreren Ebenen. Der Bund muss die Mittel, die es braucht, zur Verfügung stellen, da sich die Kosten für ihn auch langfristig rentieren.

Das Thema ist daher noch nicht zu Ende diskutiert – denn der Bedarf an weiblichen Fachkräften wird auch in Zukunft weiter steigen. Und wenn Frauen nach der Karenz bald wieder zurück ins Erwerbsleben möchten, sollen sie die Chance auf einen hochwertigen und leistbaren Betreuungsplatz für ihr Kind haben.