„Arbeit & Alter“: Sozialpartner und IV setzen auf gemeinsame Lösungen

Ältere Arbeitnehmer länger in Beschäftigung zu halten und zu bringen ist ein zentrales Thema. Die Sozialpartner sind sich einig, dass es dafür gemeinsame Lösungen braucht. Die AK Niederösterreich lud daher  ins ArbeitnehmerInnenzentrum St. Pölten, um gemeinsam mit dem ÖGB, der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung sowie Partnerinstitutionen konkrete Tipps und Lösungen für den betrieblichen Alltag vorzustellen.

Bei der Präsentation des neuen Arbeit & Alter-Angebots „Tipps und Lösungen“ zum Thema alternsgerechtes Arbeiten (v. l.): Hildegard Weinke (Bundes-Arbeiterkammer), Julia Schitter (Bundes-IV) und Ingrid Reifinger (ÖGB).

„Wenn die Menschen immer wieder hören, dass sie länger arbeiten sollen, dann muss es dafür auch ausreichend Arbeitsplätze geben. Und es braucht nicht nur ausreichend Arbeitsplätze, sie müssen auch gesund sein“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Wieser betont, dass gerade ältere Beschäftigte viel Mehrwert für Unternehmen bringen. Durch Know-How, das weitergegeben werden kann, profitieren die Betriebe in hohem Maße, so Wieser.

Für Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) gibt eine Mischung aus Jugend und Erfahrung in der Belegschaft Unternehmen zusätzliche Kraft. „Jüngere sind vielleicht schneller unterwegs, aber Ältere haben durch ihre Erfahrung den Dreh heraus und kennen die Abkürzung. In unseren Unternehmen wird generationen­über­greifende Partnerschaft gelebt.“ Als besonders wichtig sieht sie „ein Betriebsklima, in dem kontinuierliches Lernen zur Selbstverständlichkeit wird – für alle Mitarbeitergenerationen.“

„Die Industriellenvereinigung hat die Initiative ,Arbeit & Alter‘ vor vielen Jahren ins Leben gerufen, weil es sich dabei um ein für die Industrie wichtiges Thema handelt. Im produzie­renden Bereich sind in Niederösterreich rund 158.000 Menschen beschäftigt – und der Anteil jener Dienstnehmer, die über 50 Jahre alt sind, steigt kontinuierlich“, so IV NÖ-Präsident Thomas Salzer.

In der ersten Diskussionsrunde der Tagung hob Julia Schitter, IV-Expertin für Arbeit und Soziales die große Bedeutung der Betriebsbeispiele hervor, die auf der Webseite der Initiative gesammelt werden: „Dort kann sich jeder inspirieren lassen. Neben der Gestaltung einer altersgerechten Arbeitsorganisation trägt aber vor allem eine wertschätzende Mitarbeiterführung zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der älteren Beschäftigten bei“, so Schitter.

Nachhaltige Lösungen müssen im Mittelpunkt stehen
Führung, Weiterbildung, Gesundheit und Arbeitsorganisation. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die Gestaltung von Arbeitsplätzen. Hier muss angesetzt werden, damit die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten trotz eines immer länger dauernden Berufslebens erhalten bleibt. Nicht zuletzt auch im Interesse der Arbeitgeber, die mit einer stetig alternden Belegschaft die Produktivität erhalten müssen. Bei der Veranstaltung im ANZ St. Pölten präsentierten dazu ExpertInnen der Interessenvertretungen und von mit dem Thema beschäftigten Institutionen eine Reihe von Maßnahmen wie Fördermöglichkeiten, Gesundheitsprojekte, Praxisbespiele und Beratungsangebote.

Für die Sozialpartner stehen dabei die Bedürfnisse und Stärken der einzelnen Generationen im Mittelpunkt, denn ein homogenes Team eröffnet Chancen auf gegenseitigen Wissensaustausch. So geben erfahrene ArbeitnehmerInnen ihr Know-How an die Jungen weiter, im Gegenzug bekommenen die Älteren Unterstützung beim Umgang mit neuen Technologien in einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt. Dieser positive Effekt soll durch den Ausbau von zielgerechten Weiterbildungsangebote auch für ältere Beschäftigte noch verstärkt werden.

IV-IconInformationen zum Beitrag


Kontakt

Mag. Dr. Julia Schitter

dzt. in Karenz Arbeit & Soziales, Arbeitsrecht, Industriellenvereinigung

T +43 1 71135 2648
julia.schitter@iv.at


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