„Teach For (Lower-)Austria“: Bildungsinitiative in NÖ gestartet

Der Industriellenvereinigung NÖ ist es mit Unterstützung des Landes NÖ und des Landesschulrats für Niederösterreich gelungen, die Bildungsinitiative „Teach For Austria“ (TFA) nach Niederösterreich zu holen. Erstmals sind fünf so genannte „Fellows“ in Neuen Mittelschulen im Einsatz und helfen, Schulkindern mit schlechteren Startbedingungen neue Perspektiven zu geben.

Präsentierten Teach For Austria (TFA) in der NMS Schwechat-Frauenfeld (im Bild. v. l. hinten): IV NÖ-Präsident Thomas Salzer, TFA-Fellow Jana Fälbl, Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner und TFA-Fellow Felix Stadler mit den beiden Schülern Lukas Polletin und Julian Eisenheld (vorne, von links).

Engagierte Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen unterrichten als „Fellows“ zwei Jahre lang an Schulen, in denen bis zu zweieinhalb Jahre Bildungsrückstand herrscht – so das Prinzip von „Teach For Austria“ (TFA). Die besondere Herausforderung besteht darin, den sozialen Aufstieg dieser Schulkinder zu ermöglichen – was nicht zuletzt durch die Vorbildwirkung der Fellows erreicht werden soll.

 

Nachdem die gemeinnützige Bildungsinitiative in Salzburg und Wien bereits große Erfolge erzielt hat, wurde das Programm in diesem Schuljahr auch in Niederösterreich gestartet. „Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Darum wollen wir allen Kindern eine ausgezeichnete Schulbildung ermöglichen, egal aus welchen Verhältnissen sie kommen. Teach For Austria ist eine großartige Initiative, die genau dabei ansetzt und gerade auch Kindern aus schwierigeren Verhältnissen neue Perspektiven durch Bildung aufzeigt“, erläutert Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner die Beweggründe des Landes NÖ, diese Initiative zu unterstützen.

 

Der erste Anstoß, TFA nach Niederösterreich zu holen, kam von der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ) – und zwar aufgrund der positiven Rückmeldungen aus Salzburg, wo die Initiative als erstes gestartet wurde. „Die IV Salzburg sowie namhafte Industrieunternehmen – darunter die Berndorf AG und die Umdasch – haben Teach For Austria von Anfang an unterstützt. Gemeinsam mit den Mitgliedsbetrieben der IV NÖ haben wir dann die notwendige finanzielle Basis für einen Start in Niederösterreich aufgestellt, weil es uns wichtig ist, dass Jugendliche die bestmögliche Bildung erhalten und der Lehrerberuf damit auch aufgewertet wird“, so IV NÖ-Präsident Thomas Salzer. Im Einsatz sind die fünf Fellows in der Sportmittelschule Bad Vöslau, in der Neuen Mittelschule Schwechat-Frauenfeld, in der Sport- und Sprachmittelschule Schwechat-Schmidgasse sowie in der Europamittelschule Strasshof. Auf die Unterrichtszeit vorbereitet wurden sie unter anderem in der TFA-Sommerakademie bei der Firma Umdasch in Amstetten. „Dort lernen die Fellows wichtige pädagogische Grundlagen im Umgang mit Kindern“, so Salzer, der sich im Sommer selbst ein Bild von der Sommerakademie in Amstetten gemacht hat.

 

„In Österreich hängen die Bildungschancen eines Kindes leider immer noch stark von Beruf, Bildung und Einkommen der Eltern ab. Mit der gemeinnützigen Initiative wollen wir auch Kindern aus benachteiligten Familien einen besseren Zugang zu Bildung ermöglichen“, erklärt Teach For Austria-Gründer und Geschäftsführer Walter Emberger. Doch nicht nur die Schulkinder profitieren von dem Projekt: „Exzellente Lehrkräfte sind auch exzellente Führungskräfte. Deshalb fokussiert das Programm auf die Entwicklung der Fellows zu Führungspersönlichkeiten“, so Emberger. Für die Qualität sorgt dabei auch ein aufwendiges Auswahlverfahren, bei dem das Verhältnis zwischen Bewerbungen und in das Programm aufgenommen Fellows circa 1:20 beträgt. Bislang haben sich 40 sogenannte Teach For Austria-Alumni dafür entschieden, auch nach dem Programm dem Unterrichten treu zu bleiben.

 

„Die Teach For Austria-Fellows sollen die Stammbelegschaft unter den Lehrkräften nicht ersetzen, sondern ergänzen – und zwar dort, wo es aufgrund der vorhandenen Rahmenbedingungen notwendig ist“, erklärt Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan, in Vertretung von Landesschulratspräsident Johann Heuras. „Erfahrungen aus Salzburg und Wien haben gezeigt, dass die Teach For Austria-Fellows frischen Wind in die Lehrerbelegschaft bringen – ähnliche Auswirkungen erhoffen wir uns natürlich auch für Niederösterreich“, so Karl-Moldan.

 

 

 

 

Über Teach For Austria:

Teach For Austria ist als gemeinnützige GmbH organisiert und fördert seit 2011 die Schulbildung von SchülerInnen mit schlechten Startbedingungen durch „Fellows“, die für zwei Jahre als vollwertige Lehrkräfte an Schulen der Sekundarstufe I unterrichten. Die Fellows sind fachlich und persönlich besonders engagierte HochschulabsolventInnen verschiedener Fachrichtungen. Sie werden von Teach For Austria in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt, auf den Einsatz an Schulen vorbereitet, ausgebildet und laufend betreut. Derzeit sind an Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen in Wien, Salzburg und Niederösterreich insgesamt 85 Fellows tätig, sowie mehr als 40 Alumni, die auch nach Ende des zweijährigen Fellow-Programms weiter unterrichten. Teach For Austria finanziert seine Arbeit überwiegend aus Spenden von Unternehmen, Institutionen und Stiftungen, ein kleiner Beitrag kommt von (projektbezogenen) öffentlichen Subventionen. Die Fellows werden wie andere junge Lehrkräfte aus öffentlichen Mitteln bezahlt; dienstrechtlich gelten sie als Sondervertragslehrer. www.teachforaustria.at

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Kontakt

Gerti Wallner, MA

Öffentlichkeitsarbeit, GF Junge Industrie NÖ/Burgenland, Industriellenvereinigung Niederösterreich

T  +43 1 71135 2445
E   gerti.wallner@iv.at

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