Pollmann feiert 25-jähriges Bestehen in Tschechien

Jindřichův Hradec / Karlstein. Mit der Gründung seiner Niederlassung in Tschechien ging der österreichische Automotive-Zulieferer Pollmann vor nunmehr 25 Jahren den Weg in Richtung Internationalisierung. Inzwischen ist das Unternehmen zum Global Player gewachsen und Pollmann-Komponenten sind weltweit in nahezu jeder Automarke verbaut. 

Die Eigentümer Robert und Markus Pollmann, Ernst Pollmann sowie die Geschäftsführung von Pollmann International DI (FH) Herbert Auer und Mag. Christian Schreiberhuber bedankten sich bei Václav Kršík zum erfolgreichen Wachstum des Unternehmens und überreichten gemeinsam mit der neuen Pollmann CZ Geschäftsführung einen Reisegutschein.

Mit über 200 geladenen Gästen, darunter Botschafter Dr. Alexander Grubmayr von der Österreichischen Botschaft in Prag und Jindřichův Hradecs Bürgermeister Ing. Stanislav Mrvka, sowie zahlreichen Geschäftspartnern und Zulieferern feierte Pollmann Tschechien am 22. September das 25-jährige Jubiläum. Die Eigentümer Markus und Robert Pollmann eröffneten gemeinsam mit Senior-Chef Ernst Pollmann den Festakt.

Tags darauf lud Pollmann Tschechien zum Tag der offenen Tür und feierte die 25 Jahre mit den Mitarbeitern, deren Angehörigen und den Menschen in der Region. Mehr als 2.000 Besucher zeigten sich von Maschinen, Produktionsanlagen und Leistungsspektrum des Unternehmens begeistert.

Strategische Weichenstellung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs

Es war der 6. Juni 1992, als der neue Produktionsstandort 60 km entfernt vom Stammhaus im niederösterreichischen Waldviertel in Betrieb ging. „Eine strategische Weichenstellung für das gesamte Unternehmen,“ erinnert sich Markus Pollmann, „denn während wir uns in Karlstein bis 1989 in einer wirtschaftspolitischen Randlage befanden, eröffneten sich mit dem Fall des eisernen Vorhangs interessante, neue Perspektiven“, erkannte die Eigentümerfamilie Pollmann den neu gewonnenen, alten Nachbarn als wertvolle Erweiterungs-Region.

Technologisch hat sich seither enorm viel verändert. In einer ehemaligen Betriebsstätte von LADA hat Pollmann dazumals Subbaugruppen für mechanische Kilometerzähler (Nullsteller-Rechen) hergestellt. Diese wurden dann in Karlstein/Österreich fertig montiert und an die Automobilindustrie geliefert.

Mit dem Kürzel C.P.A. s.r.o. für Car Parts Assembly gegründet, wurde der Betrieb 2002 auf Pollmann CZ s.r.o. umfirmiert. Ende 2004 erfolgte die Produktionsübersiedelung in ein zugekauftes Produktionsgebäude und einer neuen Lagerhalle mit insgesamt 2.700 Quadratmeter. Ein klares Bekenntnis der Familie Pollmann zum tschechischen Standort stellt auch das Jahr 2010 mit der Entscheidung dar, ein weiteres Spritzguss-Kompetenzzentrum aufzubauen. Heute laufen hier 26 Spritzguss-Maschinen, bis Jahresende kommen weitere Großanlagen und zwei Spritzgussmaschinen je 650 Tonnen Schließkraft dazu. Um in diesem Tempo wachsen zu können, wurde im Jahr 2014 das gesamte Nachbar-Areal Motor Jikov Strojírenská a.s. angekauft und umgebaut. Somit hat sich die Produktionsfläche auf 15.800 Quadratmeter erhöht.

Eigene Lehrausbildung nach österreichischem Modell

War die Investition in den Standort vor 25 Jahren zunächst von der Idee einer verlängerten Werkbank geprägt, so genießt Pollmann Tschechien heute ein hohes Maß an Autonomie mit Inhouse-Kompetenzen in der Kunststoffverarbeitung und Montage sowie in der Instandhaltung für die Bereiche Werkzeugbau und Anlagenbau. Das gilt auch für den Nachwuchs. Ganz nach dem Erfolgsmodell der dualen Ausbildung im Stammhaus Karlstein verfügt der Standort längst über eine eigene Lehrlingsausbildung.

Mann der ersten Stunde und Mitgestalter des Erfolgs ist Geschäftsführer Václav Kršík. „Die mutige Entscheidung von Ernst und Herbert Pollmann, damals in diesen Firmen-Standort zu investieren, stellte eine großartige Chance für uns dar. Mit unserem Wachstum haben wir im Gegenzug den Ausbau am Stammhaus in Karlstein begünstigt und waren mit auch Grundlage für die Expansion Pollmanns nach USA und China“, sagt Václav Kršík.

Geschäftsführerwechsel mit Jahresende

Herr Kršík ist stolz auf den guten Ruf des Unternehmens als fairer und zukunftssicherer Arbeitgeber, dem besonders die Menschen hier wichtig sind. „Ich empfinde das wie die Liebe eines Vaters zu seinem Kind“, sagt Kršík voller Freude. Aber auch mit ein bisschen Wehmut, denn der Chef von Pollmann Tschechien wird zum Jahresende und am Höhepunkt seines beruflichen Wirkens in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Mit Jänner 2018 werden Frau Soňa Nováková und Herr Michael Hauer die Geschäftsführung in Jindřichův Hradec übernehmen. „Wir wollen die Pollmann-Erfolgsgeschichte in Tschechien auch in Zukunft weiter fortschreiben. Mit unserem tollen Team aus engagierten und top-ausgebildeten Mitarbeitern wird das auch ganz bestimmt gelingen,“ freuen sich die beiden auf ihre neue Aufgabe.

 

Über Pollmann Tschechien:

Der im Jahr 1992 von Pollmann International gegründete Betrieb im tschechischen Jindřichův Hradec (Neuhaus) ist mit über 500 Mitarbeitern und 33 Millionen Euro Umsatz heute der größte Arbeitgeber in der Region. Pollmann CZ ist einer von fünf Standorten des weltweit agierenden Familienunternehmens aus Österreich. Das Gesamtunternehmen kann eine 125-jährige Innovationsgeschichte vorweisen und betreut seine Kunden an den Automotive-Hotspots in Europa, Amerika und Asien. Der Spezialist für die Produktion von hochkomplexen, mechatronischen Baugruppen in hoher Stückzahl ist Marktführer bei Schiebedach-Kinematiken und elektromechanischen Türschlössern. 2016 erzielte Pollmann International mit 1.600 Mitarbeiter einen Umsatz von über 150 Millionen Euro. 

Zahlen/Fakten

Pollmann CZ produziert Produkte in folgenden Geschäftsbereichen:

Sunroof: Schiebedach-Kinematiken
Door Solutions: Türschloss-Komponenten und Antriebsrohre mit hohem Volumen
E-Mobility: Komponenten für Leistungselektronik

Zahlen und Fakten zu Pollmann CZ:

Mitarbeiter: 538 Personen (Stand Sept 2017)
Umsatz 2016:

33 Mio. EUR

Produktionsfläche:

15.800 m²

Kompetenzen:

Kunststoffverarbeitung und Montage¸ Instandhaltung für die Bereiche Werkzeugbau und Anlagenbau

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