„Technologieführerschaft durch permanente Innovation“

Stefan Odenthal, seit 2013 CEO der Hirtenberger Gruppe, im Gespräch mit dem Mitgliedermagazin "iv-Positionen" über den gezielten Wachstumskurs, das über 150-jährige Bestehen in Hirtenberg und die Rolle von Forschung und Export.

Dr. Stefan Odenthal ist seit 2013 CEO der Hirtenberger Gruppe und verfolgt einen klaren Wachstumskurs durch Technologieführerschaft.

Mit dem Namen Hirtenberger verbinden viele Patronen. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensgruppe, die unter anderem auch im Automotive- oder Präzisionstechnik-Bereich weltweit erfolgreich ist. Wo sehen Sie das Hauptaugenmerk der Hirtenberger AG?

Die Hirtenberger AG ist mittlerweile eine diversifizierte Gruppe von führenden Technologie- und Engineering-Unternehmen, die auch Innovationsführer in ihren Nischenmärkten sind. Die Expertise reicht von der automotiven Sicherheit bis zur Umwelt- und Landtechnik.

In welchen Situationen im Alltag haben wir mit Erzeugnissen der Hirtenberger AG zu tun, ohne es möglicherweise zu wissen?

Diverse Sicherheitseinrichtungen in Ihrem Auto könnten von Hirtenberger kommen, unsere Produkte lösen zum Beispiel Ihren Gurtstraffer oder Systeme zum Fußgängerschutz aus. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre Abfälle mit Maschinen aus der Hirtenberger Gruppe behandelt werden. Eventuell sind auch Stanzteile von Hirtenberger in Ihrem Staubsauger verbaut.

Das Unternehmen wurde 1860 gegründet. Was ist das Erfolgsgeheimnis hinter diesem langen Bestehen?  

Menschen mit Einfallsreichtum, Leidenschaft und Ausdauer – über Generationen hinweg. Dazu kommen eine aktive technische und organisatorische Weiterentwicklung – und das permanent, sowie die Fähigkeiten, neue, zukunftsträchtige Anwendungen und Geschäftsfelder zu erschließen.

Hirtenberger hat in den vergangenen Jahren immer wieder Patente angemeldet. Welche Rolle spielen Forschung und Innovation in Ihrem Unternehmen?

Natürlich eine überdurchschnittlich hohe. Technologieführerschaft heißt permanente Innovation. Und zwar ganz nach der bekannten „Blue Ocean Strategy“ nicht nur im roten Ozean, in dem der Wettbewerb hart um kleine Verbesserungen ringt, sondern eben auch im blauen, um wirkliche Durchbrüche zu erzielen. So etablieren wir zum Beispiel mit unseren jungen Bereichen Filter Services und Engineered Surfaces aktuell neue Maßstäbe in der Dieselpartikelfilterreinigung und der Oberflächenbehandlung von 3D-gedruckten Metallteilen.

Wie hoch ist Ihre Exportquote und was sind Ihre wichtigsten Absatzmärkte?

Innerhalb der Hirtenberger Gruppe haben wir eine Exportquote von 93 Prozent. Je nach Geschäftsbereich sind die Absatzmärkte jedoch recht unterschiedlich. Während zum Beispiel für die automotive Sicherheit die deutschen Autobauer ganz wesentliche Abnehmer sind, liegt beispielsweise ein Hauptmarkt für die Umwelttechnikprodukte in Nordamerika.

Welche Vor- und Nachteile hat der Standort Hirtenberg?

Hirtenberg ist nahe an Wien, hat eine gute Verkehrsanbindung und bietet im regionalen Umfeld den Zugang zu gutem Facharbeiterpotenzial. Manch einem jungen Absolventen aus Wien ist der Weg zu weit und das urbane Umfeld wird vermisst.

Wenn Sie drei Dinge am Standort Niederösterreich ändern könnten, was würden Sie tun?

Die Arbeitszeitregelung flexibilisieren, den Behörden einen Servicegedanken einpflanzen sowie innovative und differenzierende Bildung implementieren.

 

Die Hirtenberger AG ist mit ihren Kernkompetenzen Metall- und Pyrotechnik weltweit in neun Geschäftsfeldern tätig: Automotive Sicherheit; Umwelttechnik; Landtechnik; Präzisions-, Stanz- und Biegetechnik; Oberflächentechnik; Partikelfilterreinigung; Anlagenbau; Pyrotechnische Zündtechnik; Verteidigungssysteme. Der Hauptsitz ist in Hirtenberg (Bezirk Baden), weitere Standorte gibt es in Wien, Winzendorf und Frohnleiten sowie in Deutschland, Ungarn, Slowenien, England und den USA. Der Betrieb wurde 1860 als Patronenfabrik gegründet und durchlebte seitdem viele Höhen und Tiefen. 1996 übernahm Dr. Helmut Schuster das damals insolvente Unternehmen und führte die Erweiterung des Produktportfolios konsequent fort. Die Hirtenberger Gruppe erwirtschaftete 2016 mit 1700 Beschäftigten, davon 600 in Österreich, einen Umsatz von 214 Millionen Euro. Somit konnte das Unternehmen den Umsatz seit 2014 nahezu verdreifachen, was auf den klaren Wachstumskurs durch Dr. Stefan Odenthal zurückzuführen ist. Er ist seit Oktober 2013 CEO der Unternehmensgruppe.  

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