NÖ Papierindustrie blickt verhalten in die Zukunft

Deutliche Veränderungen auf dem Rohstoffmarkt meldet Thomas Salzer, Geschäftsführer der Firma Salzer Papier GmbH,  IV-NÖ-Präsident und Fachvertretungsvorsitzender der Papierindustrie in der NÖ Wirtschaftskammer.

„War im ersten Quartal Zellstoff noch auf einem sehr hohen Niveau, hat danach ein deutlicher Preisverfall eingesetzt. Auch der Preis für Altpapier ist im Jahresverlauf wegen der Abhängigkeit von den Qualitäten gesunken“, erklärt Salzer dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die Ursache seien aber nicht neu geschaffene Kapazitäten gewesen, sondern eine Abnahmeschwäche auf der Kundenseite als Folge eines teilweise sehr schwachen Geschäftsverlaufs. Die Auslastung der nächsten Wochen werde für das Jahresergebnis vieler Unternehmen entscheidend sein.

Schwankende Rohstoffpreise und hohe Arbeitskosten

Die wesentlichsten Herausforderungen der heimischen Papierindustrie sind neben den marktüblichen Auslastungs- und Rohstoffschwankungen die hohen Arbeitskosten, verbunden mit der schwierigen Suche nach qualifizierten Mitarbeitern, wovon nahezu alle produzierenden Unternehmen betroffen sind, sowie die im internationalen Vergleich hohen Energiekosten. 2018 haben die acht niederösterreichischen Papierindustriebetriebe, die 1.410 Mitarbeiter beschäftigen und 80 Lehrlinge ausbilden, 970.000 Tonnen Papier hergestellt.

„Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit müssten die Lohnnebenkosten zumindest auf deutsches Niveau gesenkt werden“, sagt Thomas Salzer. Um die Investitionsfähigkeit zu verstärkten, fordert er von der Politik planbare Rahmenbedingungen, wozu er auch eine Senkung der Körperschaftssteuer zählt.

Eine Prognose für 2020 ist laut Salzer kaum möglich, da zu erwarten sei, dass die Preise für Rohstoffe aufgrund der globalen Nachfrage - vor allem aus China - wieder steigen werden „Die schwächelnde Konjunktur wird die Nachfrage nach grafischen Papieren weiter senken. Bereits im ersten Halbjahr 2019 ist die Papierproduktion in Niederösterreich um sechs Prozent zurückgegangen“, so Thomas Salzer.

Er räumt aber den aktuellen Umweltdiskussionen durchaus ein, dass sie den Verpackungspapieren und-kartons neue Chancen schaffen könnten. Allerdings könnten durch die allgemeine Einsparung von Verpackung auch wieder Mengen verloren gehen. „Die Aussichten sind also derzeit sehr vage und unsicher, auch wenn die Bio-Ökonomie aus nachwachsenden Rohstoffen mittelfristig neue Chancen eröffnet.“

(dsh / NÖ Wirtschaftspressedienst)

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