IV: Gesundheit ist Wirtschaftsfaktor

Über 16 % der österreichischen Wertschöpfung werden durch „Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit“ ausgelöst – bestmögliche Rahmenbedingungen für Unternehmen sicherstellen

„Eine starke heimische Gesundheitswirtschaft ist ein wesentlicher Baustein eines erfolgreichen Gesundheitssystems in Österreich und zugleich ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Wir müssen daher stetig an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Unternehmen in diesem Bereich arbeiten, damit die Potenziale am Standort bestmöglich genutzt werden können“, so IV-Niederösterreich-Geschäftsführerin Michaela Roither bei der Eröffnung der Veranstaltung „Gesundheit als Wirtschaftsfaktor“ im Namen der Gastgeber Industriellenvereinigung Wien, Niederösterreich und Burgenland und des Kooperationspartners AUSTROMED.

Gesundheitswesen neu betrachtet

Thomas Czypionka , Head of IHS HealthEcon, hob in seinem Impulsreferat die wichtige Rolle des Gesundheitsbereichs als Wirtschaftsfaktor hervor: „Der Gesundheitsbereich darf nicht nur als Kostenfaktor begriffen werden. Das Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit stellt eine wesentliche Antriebsfeder der österreichischen Wirtschaft dar. Der Kernbereich, also Spitäler, Praxen usw., stößt durch seinen Vorleistungsbedarf auch andere Sektoren an und setzt dort Menschen in Arbeit. Auch über die klassische Gesundheitsversorgung hinaus fragen Menschen Gesundheitsgüter nach. Durch das Bedürfnis nach Gesundheit werden somit insgesamt 16,22 Prozent der österreichischen Wertschöpfung ausgelöst, fast jeder fünfte Beschäftigte erhält dadurch Arbeit.“

Chancen für die Gesundheitswirtschaft in Österreich

"Die Wiener städtischen Spitäler und Pflegewohnhäuser garantieren Spitzenmedizin für alle, unabhängig von Einkommen, Alter, Herkunft oder Geschlecht. Nur eine starke öffentliche Hand im Gesundheitswesen bietet den Wienerinnen und Wienern diese Sicherheit“, unterstrich die amtsführende Wiener Stadträtin für Gesundheit und Soziales Sonja Wehsely im Interview mit Moderatorin Corinna Milborn , Informationsdirektorin ProSieben.Sat1.PULS4. Für Wehsely steht fest: „Eine gut aufgestellte Gesundheitswirtschaft unterstützt das öffentliche Gesundheitswesen und sorgt in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit für die beste medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten."

Versorgungsqualität vs. Kostendruck

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Vertretern aus der Industrie stand unter dem Titel „Versorgungsqualität vs. Kostendruck – Risiken & unerwünschte Nebenwirkungen für den Industrie- und Arbeitsstandort Österreich“.

„Wenn in der österreichischen Gesundheitswirtschaft nur noch das Billigstprinzip  Schule macht und zusätzlich noch die forschenden Firmen bei der Förderung genau dann alleine gelassen werden, wenn die Kosten massiv werden – klinische Studien werden von der FFG nicht gefördert! –, dann ist der Standort in naher Zukunft für innovative Firmen untauglich“, spitzte Werner Frantsits , Vorstandsvorsitzender der SANOCHEMIA Pharmazeutika AG, die Diskussion aus seiner Sicht zu.

Wolfgang Köppl , Leiter des Sektors Healthcare CEE bei der Siemens AG Österreich, brachte Beispiele dafür, welchen Beitrag die verstärkte Anwendung moderner Lösungsansätze und Technologien zur Effizienz- und Qualitätssteigerung im Gesundheitsbereich leisten könnte: „Technologie ist ein unersetzbarer Faktor, um das Gesundheitssystem effektiv und zu erschwinglichen Kosten zu gestalten. Innovationen der Medizintechnik-Branche bilden das Fundament dafür, dass die richtigen Therapieentscheidungen für die passenden Patienten zum bestmöglichen Zeitpunkt getroffen werden können. Darüber hinaus muss ein enger vernetztes Zusammenarbeiten in allen Disziplinen der Medizin gefördert werden – durch die verstärkte Nutzung von anonymisierten Daten, die mit bildgebenden Systemen generiert werden und den Ausbau der IT-Landschaft.“

„Ein wesentlicher Meilenstein in der nachhaltigen Kostenoptimierung wäre, die Entscheidungsträger von einem Schwenk weg von der Stückkosten- hin zu einer zeitgemäßen Prozesskostenbetrachtung zu überzeugen. Innovative Produkte sowie Behandlungsmethoden steigern die Effizienz und senken gleichzeitig die Kosten“, unterstrich Philipp Lindinger , Geschäftsführer von AUSTROMED, der Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen. Sein Fazit: „Nicht BEI Medizinprodukten soll gespart werden, sondern MIT Medizinprodukten!“

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