Konjunkturumfrage: Zufriedenheit mit aktueller Situation, Wachstumsdynamik verringert sich, rasche Reformen nötig

Im dritten Quartal dieses Jahres steigt das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung (IV) NÖ erneut leicht an. Die befragten Betriebe sind weiterhin mit der aktuellen Situation zufrieden, der Ausblick auf die nächsten Monate ist jedoch leicht getrübt. 

Wirtschaftspolitik
Konjunkturbarometer Q3

Das IV-NÖ Konjunkturbarometer – als Mittelwert aus der Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsentwicklung – ist seit dem zweiten Quartal 2017 von 33 auf 34,1 Punkte gestiegen. „Trotz des leichten Anstiegs im vergangenen Quartal, blicken die Unternehmen nicht mehr so optimistisch wie noch während der ersten Hälfte des Jahres auf die nächsten Monate. Die Prognosen für die zukünftige Entwicklung trüben sich etwas ein“, erklärt IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer. Bei der Befragung, die die IV-NÖ quartalsweise in Auftrag gibt, haben dieses Mal 36 Unternehmen mit insgesamt 15.138 Beschäftigten teilgenommen.

Großteils zufrieden mit aktueller Situation

Die optimistischen Prognosen aus den ersten Quartalen 2017 sind großteils aufgegangen: So waren im dritten Quartal 76 Prozent aller befragten Unternehmen zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, weiters bezeichneten 78 Prozent den aktuellen Auftragsbestand als „gut“. Somit kletterte der ohnehin bereits positive Saldo aus den Antworten zur aktuellen Geschäftslage und zum aktuellen Auftragsbestand erneut nach oben (auf je 70 bzw. 72 Punkte). Die Einschätzung der derzeitigen Ertragssituation bleibt fast unverändert (Anstieg von 19 auf 20 Punkte): „Es zeigt sich, dass die Unternehmen mit der aktuellen Situation durchaus zufrieden sind, allerdings verschlechterten sich ihre Erwartungen für die Zukunft doch auffallend“, kommentiert IV-NÖ-Präsident Salzer dieses Ergebnis. Immerhin habe fast ein Viertel (24 Prozent) der Betriebe die Ertragssituation in sechs Monaten als „schlecht“ bezeichnet, die Mehrheit (65 Prozent) als „befriedigend“.

Wohlstandsmotor Export

Mit den aktuellen Auslandsaufträgen ist mehr als die Hälfte der befragten Betriebe (56 Prozent) zufrieden, unterm Strich kletterte hier der Saldo erneut von 47 auf 56 Punkte nach oben. „Der Außenhandel ist und bleibt ein wichtiger Eckpfeiler für Wachstum und Wohlstand. Er konnte in den vergangenen Monaten den Reformstillstand während des Wahlkampfes abfedern, aber darauf sollten wir uns nicht verlassen“, so Salzer.

Durchwachsene Erwartungen für Beschäftigung und Produktionstätigkeit

Eine deutliche Verunsicherung gibt es bei der Einschätzung des Beschäftigungsstandes in drei Monaten: Während im zweiten Quartal noch 40 Prozent der Unternehmen mit steigender Beschäftigung in den nächsten Monaten rechneten, gehen jetzt nur noch 6 Prozent von einer günstigen Entwicklung aus. Der Wert Produktionstätigkeit in drei Monaten ist von 37 Punkten auf 3 ebenfalls zurückgegangen. Im zweiten Quartal glaubten noch 44 Prozent an eine Ausweitung der Produktionstätigkeiten, dies tun jetzt nur mehr 16 Prozent.

Reformen statt Populismus werden von der neuen Bundesregierung erwartet

 „Die derzeitige Aufschwungsphase muss durch weitere Reformschritte abgesichert werden um länger zu wirken“, sagt dazu IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer und ergänzt: „Nach dem populistischen und klassenkämpferischen Wahlkampf sowie dementsprechenden Beschlüssen in der jüngsten Nationalratssitzung kurz vor der Wahl sollen die Parteien wieder zu sachorientierter Politik zurückkehren. Unter anderem müssen in der kommenden Legislaturperiode endlich eine moderne Arbeitsrechtregelung und eine spürbare Steuer- und Abgabensenkung umgesetzt werden. Damit ein Vorstoß in die europäische Spitzengruppe bei Forschung und Innovation gelingen kann, sollten darüber hinaus von der neuen Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen in diesem Bereich geschaffen werden. Diese Reformen sind Voraussetzung für den Erhalt bzw. Ausbau von Wohlstand und Beschäftigung“, so Salzer.

 

 

Befragungsmethode:

Den Unternehmen werden für die Berechnung des Konjunkturbarometers zwei Antwortmöglichkeiten für die derzeitige und künftige Geschäftslage vorgelegt: steigend/gut und fallend/schlecht. Aus diesen (beschäftigungsgewichteten) Antwortkategorien werden Saldi gebildet. Der Mittelwert dieser beiden Saldi, also aus der Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsentwicklung, ergibt wiederum den Wert für das allgemeine Geschäftsklima. Diese Werte werden auch für die grafische Darstellung des Konjunkturbarometers herangezogen.

Bei den Detailergebnissen (Geschäftslage, Verkaufspreise etc.) wird der konjunktursensible Saldo aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet. Diese Saldi werden ebenso als Werte für die grafische Darstellung der Umfrageergebnisse herangezogen.

IV-IconInformationen zum Beitrag


Kontakt

Michael Landl, MA

Projektleiter, Industriellenvereinigung Niederösterreich

T  +43 1 71135 2444
E   michael.landl@iv.at

IV-IconVerwandte Themen auf IV-Niederösterreich


IV-Iconiv-positionen

Neueste Ausgabe lesen
iv-exklusiv Bild