Konjunkturumfrage für das 4. Quartal 2017: Konjunktur nimmt Fahrt auf

Im vierten Quartal 2017 stieg das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung NÖ (IV-NÖ) weiter an. Die Industriebetriebe sind durchaus zufrieden mit ihrer Situation und blicken optimistisch in die Zukunft.

Das IV-NÖ Konjunkturbarometer – als Mittelwert aus der Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsentwicklung – ist seit dem dritten Quartal 2017 von 34,1 auf 40,7 Punkte gestiegen. „Dieser konjunkturelle Aufschwung könnte die ganze erste Jahreshälfte prägen und muss durch weitere Reformschritte abgesichert werden“, erklärt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ). So müssen die im Regierungsprogramm angekündigten Reformen auch umgesetzt werden und weitere Schritte bei der Entbürokratisierung folgen. Zudem muss die lange erwartete Föderalismus-Reform eingeleitet werden, um den Standort Niederösterreich gut zu positionieren und einen effizienten Mitteleinsatz zu gewährleisten. „Der Aufschwung ist erfreulich, doch, wenn wir uns jetzt zurücklehnen, könnten wir im internationalen Wettbewerb wieder schnell den Anschluss verlieren“, so Salzer.  

Optimistischer Blick in die nahe Zukunft   

Auch die Detailergebnisse der Konjunktur-Umfrage fallen deutlich positiver aus als noch im dritten Quartal 2017: Bei nahezu allen Werten gibt es einen Überhang jener Unternehmen, die ihre Situation positiv bewerteten. Im Vergleich zur letzten Befragung gibt es nun mehr Unternehmen, die optimistisch in die nahe Zukunft blicken. So gehen etwa 23 Prozent der Betriebe von einer steigenden Ertragssituation in sechs Monaten aus, 76 Prozent rechnen immerhin mit gleichbleibenden Erträgen im nächsten halben Jahr. Bei der Geschäftslage in sechs Monaten gehen 13 Prozent von einer Verbesserung aus. Zudem gibt es kein Unternehmen, das mit einer Verschlechterung rechnet. Der Saldo der Antworten klettere damit von -2 auf +13. Bei der Einschätzung zur Produktionstätigkeit in den nächsten drei Monaten kletterte der Saldo immerhin von +3 auf +7.

Beschäftigtenstand stabil, mit klarer Tendenz nach oben

Der Großteil der Unternehmen (69 %) geht von einem gleichbleibenden Beschäftigtenstand in den nächsten drei Monaten aus. 21 Prozent rechnen sogar damit, zusätzliches Personal einstellen zu müssen, während nur zehn Prozent mit Kündigungen rechnen. Damit zeigt das Barometer in diesem Fall erstmals wieder deutlich nach oben (Saldo kletterte von -22 auf +11). „Das ist erfreulich, aber trotzdem sollten wir darauf achten, dass der sich zuspitzende Fachkräftemangel diese positive Entwicklung nicht zunichtemacht. Umso wichtiger sind daher die Aufwertung des Images der Lehrausbildung sowie berufliche Weiterbildungen – vor allem, um in puncto Digitalisierung am Ball bleiben zu können“, so Salzer.

Durchwegs positive Einschätzung der aktuellen Lage

74 Prozent aller befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, wodurch unterm Strich ein positiver Saldo von 68 entsteht. Auch mit dem aktuellen Auftragsbestand sind 68 Prozent der Betriebe zufrieden, lediglich ein Prozent geht von sinkenden Aufträgen aus (Saldo von +67). Stark verbessert hat sich die Einschätzung zur derzeitigen Ertragssituation: Hier stieg der Saldo von +20 auf +44. Knapp die Hälfte (47%) der Unternehmen verzeichnet steigende Erträge. Genau die Hälfte geht von gleichbleibenden Erträgen aus, während nur drei Prozent mit Rückgängen rechnen.

Exportboom hält weiter an

Bei den derzeitigen Auslandsaufträgen gingen die Einschätzungen rasant bergauf: Innerhalb von neun Monaten stieg der Saldo von +35 auf zuletzt +66. Zum vierten Quartal 2017 rechnete mehr als die Hälfte (54 %) aller Betriebe mit steigenden Auslandsaufträgen. „Diese Werte zeigen einmal mehr, dass der Außenhandel ein wichtiger Eckpfeiler für unseren Wohlstand ist“, so Salzer.

Negative Entwicklung bei den Verkaufspreisen

Bei den Verkaufspreisen in den nächsten drei Monaten gab es einen leichten Überhang jener Unternehmen, die mit einer negativen Entwicklung rechnen. Unterm Strich sank der Saldo von +7 auf -4. „Diese Zurückhaltung zeigt, dass die Unternehmen einem starken, internationalen Wettbewerb mit einem hohen Preisdruck ausgesetzt sind“, so Salzer.

 

Befragungsmethode:
Bei der Befragung, die die IV-NÖ quartalsweise in Auftrag gibt, haben dieses Mal 37 Unternehmen mit insgesamt 18.107 Beschäftigten teilgenommen.
Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt die folgende Methode zur Anwendung: Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, danach wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.
Diese Werte werden auch für die grafische Darstellung des Konjunkturbarometers herangezogen.

IV-IconInformationen zum Beitrag


Kontakt

Gerti Wallner, MA

Öffentlichkeitsarbeit, GF Junge Industrie NÖ/Burgenland, Industriellenvereinigung Niederösterreich

T +43 1 71135 2445
gerti.wallner@iv.at



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