Österreichs Wirtschaft steckt in einer Dauerkrise. Die aktuelle Konjunkturprognose von WIFO und IHS erwartet das dritte Rezessionsjahr in Folge. Das Budgetdefizit stieg 2024 auf 4,7 Prozent des BIP und ohne Strukturreformen wird der Kostendruck noch weiter zunehmen.
Dies zeigt sich auch am Arbeitsmarkt. Im März waren rund 397.100 Personen arbeitslos oder in Schulung, rund 27.400 mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen ist die Herstellung von Waren, wo die Arbeitslosigkeit um 15,5 Prozent stieg. „Damit setzt sich ein alarmierender Trend fort. Im produzierenden Bereich gingen in den letzten zwei Jahren 56.600 Stellen verloren, während der öffentliche und soziale Bereich um 70.000 Erwerbstätige wuchs. Das ist ein absolut gefährlicher und kontraproduktiver Trend für den Standort Österreich“, hält IV-Generalsekretär Christoph Neumayer anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fest.
„Österreich braucht dringend Strukturreformen sowie eine spürbare Entlastung von Standort und Beschäftigung. Insbesondere gilt es die im Regierungsprogramm vorgesehenen positiven Leistungsanreize rasch umzusetzen. Ein wichtiger Schritt ist etwa die Reform des geringfügigen Zuverdienstes beim Arbeitslosengeldbezug. Insgesamt müssen wir endlich die Potenziale heben, von den Pensionen über Bildung und Gesundheit bis zur Verwaltung. Zudem müssen die Lohnnebenkosten konsequent gesenkt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und den Industriestandort zu stärken“, so Neumayer abschließend.